Gulbenkian Museum in Lissabon

Das Gulbenkian Museum in Lissabon ist eines der besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt und aus der privaten Sammlung des britischen Mäzens Calouste Gulbenkian entstanden, der wertvolle Kunstobjekte aus den unterschiedlichsten Epochen und Richtungen sammelte.

Gründer der Sammlung für das Gulbenkian Museum war der Ingenieur und Unternehmer Calouste Sarkis Gulbenkian, der die finanziellen Mittel für seine einzigartige Sammlung zum größten Teil aus Ölgeschäften gewann. Geboren in Istanbul, lebte er mit seiner Sammlung lange Zeit in Paris, bevor er während des 2. Weltkriegs vor den deutschen Soldaten nach Lissabon flüchtete und hier verstarb. Bekannt wurde der britische Ölingenieur armenischer Abstammung auch als „Mister Mister Five Percent“, da er bei den Verhandlungen mit internationalen Ölkonzernen für sich regelmäßig eine 5%-Beteiligung an den Ölfördergesellschaften aushandelte.

Gulbenkian Koromandel Wandschirm

Koromandellack Wandschirm aus China (spätes 17. Jahrhundert)

Gulbenkian Museum LissabonNach seinem Tod hinterließ Gulbenkian sein Vermögen und seine Kunstsammlung der von ihm gegründeten Stiftung Fundação Calouste Gulbenkian, die aus den Erlösen zahlreiche künstlerische, karitative und wissenschaftliche Projekte unterstützt und auch das Gulbenkian Museum verwaltet. Das Gulbenkian Museum ist in den 1960er Jahren entstanden und wurde 1984 durch das heutige Museum für moderne Kunst erweitert. Das Museumsgebäude im nördlichen Teil des Stadtzentrums von Lissabon (Avenida de Berna 45a) macht zwar von außen einen recht unscheinbaren Eindruck, entpuppt sich aber im Inneren umso mehr als Wundertüte mit mehr als 6.000 Kunstwerken. Das Schöne und Interessante an der Sammlung Gulbenkians ist vor allem die Vielseitigkeit der Objekte, die in der Sammlung gezeigt werden. Man wird beinahe in jedem Saal von mindestens einem Kunstobjekt überrascht, beispielsweise von diesem überdimensionalen Koromandellack Wandschirm aus China. Solche Objekte erwartet man eher in einem für chinesische Lackkunst spezialisierten Museum, die es auch in Europa gibt.

gulbenkian-museumSchon nach wenigen Schritten durch das Gulbenkian Museum erkennt man den besonderen Charakter der Sammlung und des Museums, die entsprechend den Interessen des Sammlers nach Epochen und Kunstrichtungen geordnet ist. Der Rundgang durch die Ausstellung beginnt mit ägyptischen und griechischen Objekten, darunter eine Ägyptische Schale (3. Dynastie) und eine griechische Vase (5 Jhdt. v. Chr.), die auch diejenigen begeistern kann, die mit solchen Dingen nicht viel anfangen können. Danach geht es weiter mit orientalischer und fernöstlicher Kunst, insbesondere mit Büchern und Teppichen aus der Türkei, Syrien und Persien. Im Bereich Europäische Malerei wird dem Besucher schnell klar, daß sich hier – unter den zahlreichen Porträts – einige Meisterwerke befinden, darunter das Porträt eines alten Mannes von Rembrandt und weitere Gemälde von Monet und Manet. Weitere berühmte Namen sind z.B. Rubens, Van Dyck, Gainsborough, Renoir oder Degas. Andere Räume sind prächtigen und einzigartigen Möbelstücken von Louis XV. und Louis XVI. gewidmet. Nach dem Besuch des Museums lohnt es sich auch, im Garten des Gulbenkian Museums umher zu schlendern. Auch hier erwarten den Besucher einige Überraschungen.

Enten im Garten des Gulbenkian Museums

Große Entenfamilie beim Spaziergang durch den Garten des Museums Gulbenkian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.