Inselhüpfen in der Lagune von Venedig

Inselhüpfen in der Lagune von Venedig gehört zu dem Pflichtprogramm einer Reise in die schönste Stadt Norditaliens, aber für alle Inseln muß man mindestens einen Tag einplanen.

Wir starteten mit unserem Inselhüpfen durch die Lagune von Venedig im Hafen Punta Sabbioni, ausgerüstet mit jeweils einem 24h-Ticket, das wir uns am Vorabend für die Rückfahrt zu unserem Hotel in Lido di Jesolo gekauft hatten. Die Lagune von Venedig ist durch die Landzunge von Jesolo bis Cavallino-Treporti sowie die Inseln Lido und Pellestrina weitgehend von der Adria abgetrennt. Die gesamte Fläche der Lagune umfasst eine Fläche von 550 qkm, von der rund 10% aus Inseln bestehen.


Größere Kartenansicht der Lagune von Venedig

BuranoUnser erstes Ziel war die bunte Insel Burano, die man schon von weitem an dem hohen Kirchturm erkennt. Burano ist eine der größeren und dicht besiedelten Inseln in der Lagune von Venedig, die selbst aus vier kleineren Inseln (Sestieri) besteht, die durch acht Brücken miteinander verbunden sind. Bunt angemalte Häuser entlang der Kanäle lassen Burano recht einladend, aber auch etwas surrealistisch erscheinen. Dieser Eindruck verstärkt sich noch dadurch, daß man außer Touristen kaum Menschen auf der Strasse sieht. Obwohl die ganze Insel größtenteils bebaut ist, wirkt alles befremdlich verlassen, wären da nicht überall die Geschäfte, Restaurants und Cafés. Burano ist auch das Zentrum der Spitzenstickerei und besitzt sogar eine eigene Schule für dieses ausgefallene Handwerk. Natürlich kann man auch an jeder Ecke Stickereien kaufen, wobei mir der Glaube schwer fällt, dass es sich immer um ehrliche Handarbeit handelt.

Torcello TeufelsbrückeGegenüber von Burano und nur durch den Canale di Burano getrennt liegt die Insel Torcello, unser nächstes Ziel auf unserer Tour durch die Lagune von Venedig. Und der Kontrast zwischen den benachbarten Inseln Burano und Torcello könnte nicht größer sein. Während Burano nahezu vollständig bebaut ist und nur wenige Grünflächen besitzt, ist Torcello weitgehend verlassen und grün, wohin das Auge reicht. Wer nach Torcello fährt, wird dies zur Besichtigung der Kathedrale Santa Maria dell`Assunta tun, die 639 auf der Insel fertiggestellt wurde und somit die älteste Kirche im Großraum Venedigs ist. Von der Anlegestelle der Boote führt ein Kanal direkt zur Kirche, vorbei an der Teufelsbrücke (Ponte di diavolo) und einigen gut aussehenden Restaurants.

MuranoNächstes Ziel war die Insel Murano, die man wegen ihrer Glasproduktion kennt. Auch Murano ist eher eine Inselgruppe aus mehreren kleinen Inseln, die über Brücken miteinander verbunden sind. Ähnlich wie Burano lebt auch Murano heute in erster Linie vom Tourismus in Verbindung mit dem Verkauf typischer Produkte aus Murano-Glas.  Von der einstigen Vormachtstellung Venedigs in der Glasherstellung ist jedoch nicht mehr viel übrig geblieben, nachdem vor allem Bayern, Böhmen und Schlesien neue Techniken entwickelten. Nichtsdestotrotz haben die Produkte aus Murano-Glas viele Fans, Liebhaber und Sammler auf der ganzen Welt und auch die Straßen auf der Insel sind von Glasgeschäften geprägt. Ähnlich wie auf Burano muß man jedoch unterscheiden zwischen echten Designer-Produkten und den typischen Souvenirs unterscheiden.

San MicheleAuf dem Weg von Murano nach Venedig passierten noch die Insel San Michele, auf der sich innerhalb der Mauern auch der gleichnamige Friedhof befindet. Beim Vorbeifahren erkennt man, daß die Insel annähernd rechteckig ist. Der Friedhof ist nach einer Anordnung Napoleons vom 11. Juni 1804 entstanden, wonach die Bestattung von Toten rund um die Kirchen verboten wurde. Entlang der Wege durch die Friedhof stehen wunderschöne Zypressen, die den Grabstätten Schatten spenden. Nach dem Entwurf des Architekten Annibale Forcellini wurde das Areal mit einer hohen Ziegelmauer umgeben, um den Friedhof gegen Hochwasser zu sichern.

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