Lissabons Chinatown Mouraria

Im ehemaligen Maurenviertel und Arbeiterviertel Mouraria hat sich rund um Martim Moniz Lissabons Chinatown entwickelt, das tagsüber einen einen gewissen Charme entwickelt, aber abends und nachts eher gemieden werden sollte.

Martim Moniz

Tram 28 in Lissabons Chinatown rund um Martim Moniz von sanfamedia.com (CC-BY-SA 3.0)

Lissabon MourariaMartim Moniz ist die Endstation einer Tour mit Lissabons Sightseeing-Tram 28 und heute das Zentrum des Stadtteils Mouraria, wo früher die Mauren lebten und heute die Immigranten aus aller Welt ein Zuhause gefunden haben, allen voran chinesische Immigranten. Der Name Mouraria bedeutet übersetzt Maurenviertel und bezeichnete die im Mittelalter besonders in Portugal und Andalusien eingerichteten Stadtviertel für die unterworfenen Mauren. Neben Lissabon haben auch die spanischen Städte Córdoba, Granada, Madrid, Sevilla oder Valencia ein besonders Stadtviertel Mouraria.

Die Mouraria liegt unterhalb des Castelo de São Jorge und war neben der Alfama eines der wenigen Stadtgebiete, die während des Erdbebens in Lissabon 1755 nicht zerstört wurden. Sobald man aus der Tram ausgestiegen ist, fallen einem zunächst die unzähligen Ladenschilder mit chinesischen Schriftzeichen auf. Viele chinesische Immigranten stammen aus der ehemaligen portugiesischen Kolonie Macau, die 1999 an China zurückgegeben wurde. Es ist aber auch nicht zu übersehen, daß man in einem der ärmsten Viertel Lissabons gelandet ist, wo viele Gebäude renovierungsbedürftig sind. Glaubt man jedoch den vereinzelten Beiträgen über Lissabons Mouraria, hat sich hier in den letzten Jahren eine Menge getan.

Martim Moniz in Lissabon

Zentraler Platz Martim Moniz in Lissabons Mouraria von sanfamedia.com (CC-BY-SA 3.0)

Die Vielfalt und Herkunft der Immigranten kann man am besten im Einkaufszentrum Centro Comercial da Mouraria entdecken, das sich gleich neben dem zentralen Platz befindet. Hinter dem Einkaufszentrum beginnen die engen Gassen von Mouraria, wo in der Rua do Capelao eine in Stein gehauene Gitarre daran erinnert, daß hier der berühmte Fado entstanden ist, der sich über ganz Lissabon ausgebreitet hat. Einige Fado-Stars stammen aus dieser Gegend, darunter die Prostituierte Maria Severa Onofriana. Da ich ein großer Fan der chinesischen Küche bin, haben wir hier in einem sehr einfachen chinesischen Imbiß zweimal gut gegessen. Während ein Spaziergang durch die Gassen von Mouraria durchaus zu einem Aufenthalt in Lissabon dazu gehört, würde ich mich abends und nachts hier nicht besonders wohlfühlen, aber das mag auch auf meiner Unkenntnis dieses Stadtteils beruhen.

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